Images as the witness of time, telling stories and the passion of life:
A talk with Tim Bruening | C-Heads Magazine 2014

“People often do not distinguish between beauty and perfection.
But there is a big difference between those things. Beauty is not perfection.”

Hamburg based photographer Tim Bruening captures the supposed coincidence, the pearls of daily life with
a strong influence of youth culture. Mostly shooting on film you can see his passion for life in all his images. Like snapping the vibe and power of a concert, the cheerful world of kids and the naturalness and pureness of woman.
With publications in Neon, Vice, Purple Fashion and many more he is on the road of success and we are more than happy to talk with him about his future plans and influences.

C-Heads Magazine

Read the full Interview HERE..

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Interview with NEON.

Interview with ART Magazin.

Interview with REDOX Magazine.

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"At first sight it seems as if the people on Tim's photos had
just been discovered by his camera..."


– Anil Jacob Kunnel, November 2012

"At first sight it seems as if the people on Tim's photos had just been discovered by his camera.
It would be easy to assume that it is Tim's intention to sell his own environment as a spontaneous and dazzling commercial youth culture. But in comparison to the works of his American influences, the people in front of the camera are neither stylized or sexualized through the depiction of their youth. And they are also not diminished by a fake idea of a collective taste.
If you take a closer look there is something else that, quite unexpectedly, lets the pictures grow in your head...
What apparently looks like an impulsively photographed model is in fact one of Tim's collaborateurs. It's a collaboration born from the personal closeness of two human spirits and the time spent in company. The relationship between the person in front of the camera and the one behind is an amicable one.
Full of respect and humor. Sometimes obvious and sometimes hidden behind an innocent smile.

But always based on mutual appreciation."

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“Die Menschen, die Tim Bruening fotografiert, wirken auf den ersten Blick so, als ob sie eben von der Kamera entdeckt wurden.
Man könnte meinen, Tims Intention sei es, seine Umgebung als spontane, vermarktbare, grelle Jugendkultur zu verkaufen.
Doch im Vergleich zu den amerikanischen Vorbildern werden die Menschen vor der Kamera nicht stilisiert, ihre Jugend nicht sexualisiert und sie werden auch nicht irgendeiner Vorstellung von Gemeinsamkeit untergeordnet.
Erst beim genaueren Hinsehen entdeckt man etwas, was die Bilder auf ganz andere Weise im Kopf wachsen lässt: Die augenscheinlich spontan fotografierten Menschen sind in Wirklichkeit Tims Kollaborateure.Es ist ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Fotografiertem und Fotograf, voller Respekt und Humor, manchmal offensichtlich und manchmal hinter einem unschuldigem Grinsen versteckt.
Noch vor dem Foto steht die gemeinsam verbrachte Zeit und die Idee, dass die persönliche Nähe und Zusammenarbeit zwischen zwei Menschen eine gewisse Freiheit ermöglicht.
Nämlich dann, wenn man sich auf Augenhöhe begegnet.”

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Foreword from Black Heaven


– Sarah Diemerling, April 2012

Was macht Tim für Bilder?“, werde ich gefragt, als ich jemandem erzähle, dass ich ein Vorwort für seinen Ausstellungskatalog schreiben soll.
“Bilder mit Nähe.“,antworte ich.
Damit ist alles gesagt. Das gilt für die Bilder. Das gilt für das Leben. Es ist simpel; bei uns Menschen dreht sich alles im Grunde nur um einThema: Verbundenheit.
Wie nahe stehe ich jemandem? Wie viel Gemeinsamkeit teile ich? Wie viele Erlebnisse haben wir miteinander gesammelt?
Tim sammelt auch. Er sammelt die visualisierte Nähe. Er nimmt sie mit seiner Kamera auf, er konserviert den Moment. Ich weiß, das haben schon viele vor ihm getan: Nan Goldin, Larry Clark und Ryan McGinley — die gab es schon, richtig. Was ist dann der Clou an Tims Arbeiten? — Es gibt keinen. Die Fotografie muss nichts. Nicht mal urteilen, über das was sie darstellt. Das ist die Freiheit unserer Generation. Es gab schon alles; alles wurde schon reproduziert; alles wurde schon ironisierend zitiert. Nun müssen wir gar nichts sein. Denn wir dürfen alles sein.
Was sich nach Freiheit anhört, ist gleichzeitig der Fluch des Pluralismus. Dadurch versuchen wir alles um Verbundenheit untereinander zu spüren. Um nicht orientierungslos und alleine zu sein. Um uns zu spiegeln, uns zu bestätigen. Wir entwickeln Codes und Zeichen; konnotieren diese mit neuer Bedeutung und alten Werten. Das ist die geheime Sprache, das ist der Zeitgeist unserer Generation. Tim hat erkannt, dass man Zeitgeist einfangen kann.
Ich bin froh, dass er eine Kamera bedient. Denn so macht er die Nähe, die sonst nur individuell zwischen Menschen einer bestimmten Gruppierung erfahrbar ist, auch für andere zugänglich. Er ist der Chronist einer Szene. Man könnte ihm vorwerfen, er pflege einen gewissen Voyeurismus. Das wäre aber zu einfach. Er ist selber Teil der Szene und bildet sich genauso auf den Fotografien ab. Alles was der Fotograf mit seiner Kamera aufnimmt, ist im gleichen Zug eine Momentaufnahme von ihm selbst. Vielen Dank, für das schöne Selbstportrait.